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<title>Klangfarbe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Klangfarbe</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Klangfarbe</b> (auch das <b>Timbre</b>) ist in der Musik einer der <a href="Parameter_(Musik)" title="Parameter (Musik)">Parameter</a> des einzelnen <a href="Ton_(Musik)" title="Ton (Musik)">Tons</a>. Sie wird bestimmt durch dessen <a href="Klangspektrum" title="Klangspektrum">Klangspektrum</a>, also das spezifische Gemisch aus <a href="Grundfrequenz" title="Grundfrequenz">Grund- oder 1. Partialton</a>, <a href="Oberton" title="Oberton">Obertönen</a> und <a href="Rauschen_(Physik)" title="Rauschen (Physik)">Rauschanteilen</a> sowie durch den zeitlichen Verlauf dieses Spektrums, die <a href="Lautst%C3%A4rke" title="Lautstärke">Lautstärke</a> und weitere Parameter.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Tonzusammensetzung_bzw._Klangzusammensetzung">Tonzusammensetzung bzw. Klangzusammensetzung</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Oberton" title="Oberton">Oberton</a></i></div>
<p>Die <a href="Frequenzspektrum#Amplitudenspektrum_eines_Audiosignals" title="Frequenzspektrum">Tonzusammensetzung</a> von annähernd periodischen Schwingungen kann mit Hilfe der <a href="Kurzzeit-Fourier-Transformation" title="Kurzzeit-Fourier-Transformation">Kurzzeit-Fourier-Transformation</a> (STFT) analysiert werden. Je nach Einstellung des STFT-Analysators werden relativ genaue Aussagen über die <a href="Teilt%C3%B6ne" class="mw-redirect" title="Teiltöne">Teiltöne</a> oder die Dauer der Teilbestandteile des Klanges gegeben. Die Teiltöne und Hüllkurve (<a href="Formant" title="Formant">Formanten</a>) bestimmen bei vielen musikalischen Instrumenten die charakteristische Ton- bzw. Klangfarbe. Dies ist ein Grund, warum verschiedene Instrumente bei gleicher Tonhöhe des wahrgenommenen Grundtons unterschiedlich klingen.
</p><p>Bei mechanischen Musikinstrumenten und der menschlichen Stimme sind neben dem Grundton immer auch Obertöne vorhanden. Reine Sinusschwingungen mit der Frequenz des Grundtons lassen sich nur elektronisch erzeugen, etwa mit einem <a href="Synthesizer" title="Synthesizer">Synthesizer</a>. In diesen Hinsichten ist besonders auch die jeweilige <a href="Resonanz#Akustik" title="Resonanz">Resonanz</a> eines Klangs zu berücksichtigen.
</p><p>Es gibt auch musikalisch genutzte <a href="Klang" title="Klang">Klänge</a>, die komplexere Zusammensetzungen aufweisen.
</p>
<ul><li>Glockenklänge lassen sich schwer mit einfachen Tonverhältnissen beschreiben. Generell führt starke <a href="Inharmonizit%C3%A4t" title="Inharmonizität">Inharmonizität</a> zu einem eher metallischen Klang.</li>
<li>Trommeltöne sind ein Gemisch aus Tönen und Rauschsignalen.</li>
<li>Selbst <a href="Bandpass" title="Bandpass">schmalbandiges</a> Rauschen lässt sich als musikalische Klangfarbe nutzen (Windheulen).</li>
<li>Bei vielen musikalischen Klängen sind zudem <a href="Rauschen_(Physik)" title="Rauschen (Physik)">Rauschanteile</a> prägend für die Klangfarbe (z. B. Anblasgeräusche bei <a href="Blasinstrument" title="Blasinstrument">Blasinstrumenten</a> und <a href="Orgel" title="Orgel">Orgel</a>pfeifen).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einschwingverhalten">Einschwingverhalten</h2></div>
<p>Entscheidend für die Klangfarbe ist besonders das <a href="Einschwingvorgang" title="Einschwingvorgang">Einschwingverhalten</a>, also der zeitliche Verlauf des Spektrums und der Lautstärke in den ersten Sekundenbruchteilen eines Tons. Werden diese ersten Zehntelsekunden ausgeblendet, lassen sich einige Instrumente nur noch schwer identifizieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formanten">Formanten</h2></div>
<p>Wesentlich für den Klangcharakter eines Musikinstruments sind die <a href="Formant" title="Formant">Formanten</a>, die unabhängig von der gespielten Tonhöhe sind und die im Wesentlichen von der Bauform des Instruments abhängen. Als Formanten werden charakteristische Minima und Maxima im Obertonspektrum einer <a href="Akustik" title="Akustik">akustischen</a> Schwingung bezeichnet.
</p><p>Das wahrgenommene und <a href="Spektrogramm" title="Spektrogramm">messbare</a> Klangbild von <a href="Sprachlaut" class="mw-redirect" title="Sprachlaut">Sprachlauten</a> wird ursächlich von Formanten bestimmt: Deren jeweils spezifische Lage ermöglicht die <a href="Auditive_Wahrnehmung" title="Auditive Wahrnehmung">akustische Unterscheidung</a> der <a href="Vokal" title="Vokal">Vokale</a> <i>a, e, i, o, u</i> (siehe auch: <a href="Vokaldreieck" title="Vokaldreieck">Vokaldreieck</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spieltechnik">Spieltechnik</h2></div>
<p>Neben der Beschaffenheit des Tonerzeugers (z. B. Instrument, Singstimme) bestimmt auch die Art der Anregung (Stimulierung, Spieltechnik) die Klangfarbe eines Tons. Dies spielt im <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a> und anderen zeitgenössischen Musikstilen (<a href="Popmusik" title="Popmusik">Popmusik</a>) eine wichtige Rolle, in denen oft ein bestimmter Musiker rein übers Ohr an seinem „Ton“ erkannt werden kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hören"><span id="H.C3.B6ren"></span>Hören</h2></div>
<p>Die Klangfarbe, das heißt die vorhandenen Frequenzanteile und deren zeitliches Verhalten, ermöglicht es, dass wir auf unterschiedlichen Instrumenten hervorgebrachte Töne, aber auch auf demselben Instrument unterschiedlich hervorgebrachte Töne <a href="H%C3%B6rereignis" title="Hörereignis">nach Gehör</a> unterscheiden können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klangfarbendynamik">Klangfarbendynamik</h2></div>
<p>Dynamische Änderungen haben Klangfarbenänderungen – also spektrale Änderungen – zur Folge.
Beispiele: verstärktes Anblasen, verschiedenes Streichen usw.
</p><p>Musikinstrumente klingen im <a href="Dynamik_(Musik)#Tabelle_der_Lautstärken" title="Dynamik (Musik)">Piano</a> anders als im Forte. Die Formanten sind dabei verschieden. Dies wird mit Klangfarbendynamik, insbesondere der Spektraldynamik, ergänzend zu den Amplitudenrelationen bezeichnet.
</p><p>Wird mit <a href="Kompressor_(Signalverarbeitung)" title="Kompressor (Signalverarbeitung)">Kompressoren</a> die Lautstärke stark erhöht, so bleibt die Klangfarbendynamik erhalten und hörbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Klangfarbenmelodie" title="Klangfarbenmelodie">Klangfarbenmelodie</a></li>
<li><a href="Vokalfarbenleiter" title="Vokalfarbenleiter">Vokalfarbenleiter</a></li>
<li><a href="Farbklang" title="Farbklang">Farbklang</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gustav Büscher, A. Wiegemann: <i>Kleines ABC der Elektroakustik.</i> 6. Auflage, Franzis Verlag, München 1972, ISBN 3-7723-0296-3.</li>
<li>P. H. Mertens: <i>Die Schumannschen Klangfarbengesetze</i>. Verlag E. Bochinsky, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-920112-54-7.</li>
<li><a href="J%C3%BCrgen_Maehder" title="Jürgen Maehder">Jürgen Maehder</a>: <i>Klangfarbe als Bauelement des musikalischen Satzes – Zur Kritik des Instrumentationsbegriffes.</i> Dissertation <a href="Universit%C3%A4t_Bern" title="Universität Bern">Universität Bern</a> 1977 (Privatdruck).</li>
<li><a href="Horst_St%C3%B6cker" title="Horst Stöcker">Horst Stöcker</a>: <i>Taschenbuch der Physik.</i> 4. Auflage, Verlag Harry Deutsch, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-8171-1628-4.</li>
<li>Daniel Muzzulini: <i>Genealogie der Klangfarbe</i>. Verlag Peter Lang, Bern etc. 2006, ISBN 3-03910-458-6.</li>
<li>Thomas Görne: <i>Tontechnik.</i> 1. Auflage, Carl Hanser Verlag, Leipzig 2006, ISBN 3-446-40198-9.</li>
<li>Werner A. Deutsch: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_K/Klangfarbe.xml">Klangfarbe.</a></i> In: <i><a href="Oesterreichisches_Musiklexikon" title="Oesterreichisches Musiklexikon">Oesterreichisches Musiklexikon</a>.</i> Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 3-7001-3044-9.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Timbre" class="extiw external" title="wikt:Timbre">Wiktionary: Timbre</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4164006-8">4164006-8</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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